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Regierung treibt Einsatz von Wasserstoff als Dieselersatz voran und setzt Preisbenchmark unter lokalen Stromerzeugungskosten

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Die Regierung beschleunigt den Einsatz von Wasserstoff als Ersatz für Dieselkraftstoff, insbesondere zur Stromerzeugung in abgelegenen Regionen.

News Government Pushes Hydrogen to Replace Diesel, Sets Price Benchmark Below Local Generation Cost

Die Regierung beschleunigt den Einsatz von Wasserstoff als Ersatz für Dieselkraftstoff, insbesondere zur Stromerzeugung in abgelegenen Regionen.

 

Die Generaldirektorin für neue, erneuerbare Energien und Energieeinsparung im Ministerium für Energie und mineralische Ressourcen (ESDM), Eniya Listiani Dewi, erklärte, dass die Preise für wasserstoffbasierte Energie unter den jeweiligen lokalen dieselbasierten Stromerzeugungskosten (Biaya Pokok Penyediaan/HPP) liegen müssten, damit der staatliche Energieversorger PLN den Strom direkt abnehmen könne.

 

Laut Eniya ist dieses Preisschema in der Verordnung des Ministers für Energie und mineralische Ressourcen Nr. 19 von 2025 über hybride erneuerbare Energiesysteme festgelegt. Eine nachgelagerte Regelung in Form eines Ministererlasses wird derzeit finalisiert, um den Preismechanismus weiter zu präzisieren.

 

„Wird Wasserstoff in abgelegenen Gebieten mit einer Kapazität von unter 10 MW entwickelt, kann der erzeugte Strom an PLN verkauft werden, sofern er günstiger ist als der lokale Dieselpreis. Dies eröffnet große Chancen, das Programm zur Reduzierung des Dieselverbrauchs zu beschleunigen“, sagte Eniya nach dem 4. Indonesia–Japan Hydrogen Ammonia Development Acceleration Forum in Jakarta am Dienstag, 3. Februar 2026.

 

Sie wies darauf hin, dass die Dieselpreise in Indonesien stark variieren und in abgelegenen Regionen zwischen 0,25 US-Dollar pro kWh und bis zu 1,19 US-Dollar pro kWh liegen. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass wasserstoffbasierte Kraftwerke zur Senkung von Energiesubventionen beitragen und gleichzeitig die CO₂-Emissionen reduzieren.

Spezielle Regulierung für Wasserstoff und grünes Ammoniak

Die Regierung bereitet zudem einen Entwurf für eine Regierungsverordnung speziell zu Wasserstoff und Ammoniak vor, die Investitionsanreize, Geschäftsmodelle sowie die Integration in Mechanismen des Emissionshandels regeln soll.

 

Diese Verordnung soll als rechtliche Grundlage für Wasserstoffprojekte dienen, die sich bereits in der Entwicklung befinden, darunter Vorhaben in Sumba, Aceh, Gresik, Patimban und Kalimantan.

 

Eniya erläuterte, dass der Einsatz von Wasserstoff im Einklang mit der Anweisung von Präsident Prabowo Subianto stehe, die Abhängigkeit von Dieselkraftstoff zu verringern.

 

„Indonesien ist nach wie vor stark von Diesel abhängig. Wasserstoff bildet gemeinsam mit Solarmodulen und Batteriespeichern einen Teil der Übergangslösung hin zu einer kohlenstofffreien Energieversorgung“, sagte sie.

Strategische Zusammenarbeit mit Japan

Die Zusammenarbeit mit Japan gilt als strategisch, da Japan und Südkorea zu den aktivsten Ländern bei der Entwicklung des Wasserstoffmarktes in Ostasien zählen. Zudem wird erwartet, dass Japan zum größten Abnehmer von Wasserstoff und grünem Ammoniak aus Indonesien wird.

 

„Japan importiert seit langem Gas aus Indonesien. Künftig kann über dieselbe Infrastruktur sauberer Wasserstoff exportiert werden“, erklärte Eniya.

 

Auch im Inland laufen bereits mehrere Initiativen. PLN hat an 22 Standorten grünen Wasserstoff produziert, während der Bergbausektor begonnen hat, Solarenergie, Geothermie und Wasserstoff zu kombinieren, um den Dieselverbrauch zu senken. Im Verkehrssektor haben Pertamina und Toyota zudem ein Pilotprojekt zur Nutzung von Wasserstoff als Fahrzeugkraftstoff gestartet.

 

Weltweit liegt die Nachfrage nach Wasserstoff derzeit bei rund 100 Millionen Tonnen pro Jahr und wächst um etwa 2 Prozent. Aufgrund seiner reichen erneuerbaren Energiequellen hat Indonesien das Potenzial, zu einem bedeutenden Produzenten zu werden. Die Regierung strebt an, dass im Jahr 2026 nahezu 200 Tonnen grüner Wasserstoff in den Markt eintreten.

 

„Der Schlüssel liegt in wettbewerbsfähigen Preisen und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen. Der Fahrplan muss sich in konkreten Maßnahmen widerspiegeln und darf nicht nur ein Dokument bleiben. Mit dem richtigen Ökosystem kann Wasserstoff zu einer neuen Säule der nationalen industriellen Wettbewerbsfähigkeit werden“, schloss Eniya.

 

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