Ausländische Investoren waren in den vergangenen vier Monaten Nettokäufer indonesischer Anleihen. Gleichzeitig hat die Rupiah gegenüber ihrem Rekordtief vom Juni um mehr als 3,5 Prozent zugelegt. Auch am indonesischen Aktienmarkt zeichnet sich für das laufende Quartal erstmals in diesem Jahr wieder ein Nettozufluss ausländischen Kapitals ab.
Bloomberg zufolge haben mehrere internationale Vermögensverwalter ihre Positionierung bei indonesischen Anlagen angepasst. Invesco und PPM America haben ihre Untergewichtung reduziert, während Allianz Global Investors erneut eine taktische Übergewichtung bei kurzfristigen indonesischen Staatsanleihen und der Rupiah aufgebaut hat. PT UOB Asset Management Indonesia wechselte bei indonesischen Aktien zu einer neutralen Positionierung.
Die Bank Indonesia beließ ihren Leitzins im August 2026 bei 5,75 Prozent. Nach Angaben der Zentralbank bleibt der geldpolitische Kurs darauf ausgerichtet, die Stabilität der Rupiah zu sichern, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen und angesichts der globalen Unsicherheiten ausländische Kapitalzuflüsse zu fördern.
Zudem hat die Bank Indonesia die Anreize für ausländische Finanzierungen ausgeweitet. Seit der zweiten Septemberwoche können bestimmte Hedging-Swap-Geschäfte nicht nur für Portfolioinvestitionen, sondern auch für ausländische Kredite und ausländische Direktinvestitionen genutzt werden, die seit dem 1. Juli 2026 nach Indonesien geflossen sind. Die Maßnahme soll die Absicherungskosten senken und den heimischen Devisenmarkt stärken.
Indonesiens Devisenreserven beliefen sich Ende August auf 146,5 Milliarden US-Dollar, nach 145,3 Milliarden US-Dollar im Juli. Nach Angaben der Bank Indonesia entspricht dies rund 5,4 Monaten Importdeckung und liegt weiterhin über den internationalen Angemessenheitsstandards.
Die Netto-Auslandsverbindlichkeiten Indonesiens im Rahmen der internationalen Vermögensposition gingen im zweiten Quartal 2026 auf 197,4 Milliarden US-Dollar zurück, nach 223,0 Milliarden US-Dollar zum Ende des ersten Quartals. Die Bank Indonesia meldete im selben Zeitraum weiterhin Kapitalzuflüsse sowohl bei Direkt- als auch bei Portfolioinvestitionen.
Auch am indonesischen Kapitalmarkt wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz und Marktstruktur umgesetzt. Die Finanzdienstleistungsaufsicht OJK, die Indonesia Stock Exchange (IDX) und die Indonesian Central Securities Depository (KSEI) führten in diesem Jahr unter anderem neue Offenlegungsvorgaben für Aktionäre mit Beteiligungen von mehr als einem Prozent, detailliertere Investorenklassifizierungen sowie Maßnahmen zur Identifizierung von Unternehmen mit stark konzentrierten Eigentümerstrukturen ein.
Die Behörden haben zudem einen Fahrplan angekündigt, um den vorgeschriebenen Mindest-Streubesitz von derzeit 7,5 Prozent auf 15 Prozent anzuheben.
MSCI bestätigte Indonesien bei seiner Marktklassifizierungsprüfung im Juni 2026 als Emerging Market. Der Indexanbieter erklärte, die Umsetzung und Wirksamkeit der von den indonesischen Behörden eingeführten Maßnahmen weiter zu beobachten. Eine weitere Bewertung wird im Rahmen der Indexüberprüfung im November 2026 erwartet.
Die ausländischen Zuflüsse in indonesische Aktien liegen weiterhin unter den Abflüssen, die zu Beginn des Jahres verzeichnet wurden. Internationale Fonds kauften im laufenden Quartal indonesische Aktien im Nettowert von rund 296 Millionen US-Dollar. Seit Jahresbeginn belaufen sich die ausländischen Nettoabflüsse aus Aktien jedoch auf fast 4 Milliarden US-Dollar.
Der Jakarta Composite Index hat sich gegenüber seinem Tiefstand Anfang Juni um rund 25 Prozent erholt, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin fast 23 Prozent im Minus.
Im Juni flossen rund 1,3 Milliarden US-Dollar aus dem Ausland in indonesische Anleihen. Dies war der höchste monatliche Zufluss seit rund einem Jahr. In den darauffolgenden Monaten verlangsamte sich das Tempo der Käufe.
Die jüngsten Daten zeigen damit eine schrittweise Rückkehr ausländischen Kapitals in Teile des indonesischen Finanzmarktes, nachdem es zu Beginn des Jahres zu Kapitalabflüssen und erhöhter Marktvolatilität gekommen war.