Die Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK Indonesien/EKONID) empfing in Zusammenarbeit mit Germany Trade & Invest (GTAI) und mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Jakarta vom 29. April bis 1. Mai 2026 eine hochrangige deutsche Delegation zu einem mehrtägigen Besuch in Jakarta.
Das Delegationsprogramm brachte Vertreter aus Regierung, Industrie und Wirtschaftsorganisationen zusammen, um mit indonesischen Akteuren in den Austausch zu treten, Investitionsmöglichkeiten zu sondieren und die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Die Delegation traf am 29. April in Jakarta ein. Damit begann eine Reihe von Programmpunkten, die darauf ausgerichtet waren, Einblicke in Indonesiens Wirtschaftslandschaft und industrielle Prioritäten zu vermitteln.
Am 30. April begrüßte EKONID die Delegation offiziell mit einer Eröffnungssitzung, die mit Grußworten von Prijono Sugiarto, Vorsitzender von AHK Indonesien, begann. Es folgten Präsentationen von Dr. Monika Erath, Geschäftsführerin von EKONID, und Oliver Döhne, Director von GTAI Indonesien, die den Unterstützungsrahmen für deutsche Unternehmen beim Markteintritt in Indonesien vorstellten.
Zur Delegation gehörten Vertreter wichtiger deutscher Institutionen, darunter Thomas Bareiß, Mitglied des Deutschen Bundestages; Dr. Robin Borrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK); Dr. Kristina Heußner vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE); Julia Braune, Geschäftsführerin von GTAI; sowie Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Zentrale für Tourismus (GNTB), neben weiteren Teilnehmenden.
Ihre Teilnahme unterstrich die strategische Bedeutung Indonesiens als Partner Deutschlands in Südostasien.
Austausch mit indonesischen Regierungsvertretern
Im Rahmen des Programms hielten EKONID und die Delegation ein Treffen mit dem Ministerium für Investitionen und Downstreaming-Industrie (BKPM) ab, darunter mit Sekretär Rudy Salahuddin und dem stellvertretenden Minister für Investitionsförderung Nurul Ichwan. Ebenfalls vertreten waren Vertreter von Danantara, Indonesiens neu gegründeter staatlicher Investitions- und strategischer Managementinstitution, die mit der Aufsicht und Straffung staatseigener Unternehmen betraut ist.
Die Diskussion konzentrierte sich auf Indonesiens Investitionsklima, die Downstreaming-Strategie und Prioritäten der industriellen Entwicklung. BKPM stellte 28 zentrale Rohstoffe und natürliche Ressourcen vor, die im Rahmen seiner Downstreaming-Agenda identifiziert wurden. Dazu gehören Mineralien und Kohle wie Nickel, Zinn und Bauxit; Öl und Gas; Fischerei- und Meeresprodukte wie Thunfisch, Seetang und Garnelen; sowie Plantagenprodukte wie Kokosnuss, Palmöl und Kautschuk.
Vertreter von Danantara präsentierten ihre Rolle bei der Effizienzsteigerung staatseigener Unternehmen, einschließlich der Bemühungen zur Konsolidierung und Straffung ihrer Struktur als Teil umfassenderer Wirtschaftsreformen. Der Austausch berührte zudem strukturelle Maßnahmen zur Stärkung des indonesischen Geschäftsumfelds und der Attraktivität des Landes als Investitionsstandort.
Darüber hinaus wurde die Fachkräfteentwicklung als Teil der Diskussion hervorgehoben, darunter das Potenzial, qualifizierte indonesische Arbeitskräfte nach Deutschland zu entsenden, sowie die weitere Anwendung des deutschen dualen Berufsbildungssystems. Das Treffen bot eine Plattform, um das gegenseitige Verständnis zu stärken und Möglichkeiten für künftige Zusammenarbeit zu sondieren, insbesondere bei der Abstimmung politischer Rahmenbedingungen und der Erleichterung langfristiger Investitionen.
Industrie und Fachkräfteentwicklung: Besuch bei ASTRAtech
Im Anschluss an das Treffen mit BKPM und Danantara besuchte die Delegation ASTRAtech, um Einblicke in die berufliche Bildung und industriegeführte Ausbildung in Indonesien zu gewinnen. Der Besuch umfasste eine Präsentation und einen Rundgang durch die Einrichtungen und zeigte, wie die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bildungseinrichtungen zur Fachkräfteentwicklung beiträgt.
Während des Besuchs wurde die laufende Kooperation von EKONID mit ASTRAtech im Bereich der beruflichen Ausbildung hervorgehoben. Das von der Abteilung Training and Education von EKONID koordinierte Programm hat bereits sechs Jahrgänge abgeschlossen und spiegelt die fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen deutschen und indonesischen Partnern zur Stärkung der Fachkräfteentwicklung wider.
Wirtschaftsdialog: Chancen für eine vertiefte Partnerschaft
Ein zentraler Höhepunkt des Programms war der von EKONID ausgerichtete Business Talk mit dem Titel „Germany and Indonesia – Opportunities for a Deeper Partnership“. Die Veranstaltung brachte Vertreter aus Regierung, Wirtschaft und Industrie zusammen, um strategische Bereiche der Zusammenarbeit zu diskutieren.
In seinen Eröffnungsworten hob Prijono Sugiarto, Vorsitzender von AHK Indonesien, die Rolle von EKONID als Brücke zwischen den Wirtschaftsgemeinschaften Deutschlands und Indonesiens seit mehr als einem Jahrhundert hervor. Er betonte die Bedeutung, auf dieser langjährigen Grundlage aufzubauen, um die Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Thomas Bareiß, Mitglied des Deutschen Bundestages, erklärte, dass es sich um seinen ersten Besuch in Indonesien handele, und würdigte die bereits geschaffene starke Grundlage in den bilateralen Beziehungen. Er unterstrich, dass das gegenseitige Vertrauen zwischen beiden Ländern gut verankert sei und eine solide Basis für eine vertiefte Zusammenarbeit biete.
Die stellvertretende Handelsministerin Dyah Roro Esti Widya Putri verwies auf das Indonesia-European Union Comprehensive Economic Partnership Agreement (I-EU CEPA) als zentrales Instrument zur Stärkung von Handels- und Investitionsströmen und hob dessen Potenzial hervor, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indonesien weiter auszubauen.
Der deutsche Botschafter in Indonesien, Ralf Beste, ging auf den breiteren globalen Kontext ein, einschließlich aktueller geopolitischer und energiebezogener Herausforderungen, und betonte die Notwendigkeit zeitnahen und koordinierten Handelns. Seine Ausführungen unterstrichen die Bedeutung stärkerer Partnerschaften, um anhaltende globale Unsicherheiten zu bewältigen.
Diese Perspektiven wurden in der anschließenden Podiumsdiskussion weiter vertieft, an der Vertreter von BKPM, DIHK, GTAI, führende Industrievertreter und das National Battery Research Institute teilnahmen. Die Diskussion behandelte zentrale Themen wie Downstreaming, industrielle Zusammenarbeit und Investitionsmöglichkeiten und bot Einblicke in mögliche Wege zur Ausweitung der deutsch-indonesischen Wirtschaftszusammenarbeit.
Die Sitzung endete mit einem Networking-Empfang, der den Teilnehmenden Gelegenheit bot, Gespräche fortzuführen und Kontakte zu vertiefen.
Einblicke in die Industrie: Besuch bei Siemens Indonesia
Letzter Programmpunkt der Delegation war der Besuch bei Siemens Indonesia, wo die Teilnehmenden mit der Unternehmensleitung in den Austausch traten und das Siemens Xperience Center besichtigten. Der Besuch bot Einblicke in die Aktivitäten von Siemens und die Rolle des Unternehmens in der technologischen Entwicklung Indonesiens.
Mit einer Präsenz von mehr als 50 Jahren im Land steht Siemens für ein langjähriges Beispiel deutsch-indonesischer industrieller Zusammenarbeit. Die Sitzung hob Beiträge in Bereichen wie Energie, Elektrifizierung, Automatisierung, digitale Industrien und Infrastruktur hervor sowie die Bedeutung von Innovation und langfristiger Zusammenarbeit.
Das Delegationsprogramm spiegelt die fortlaufenden Bemühungen wider, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien zu stärken. Durch den Austausch mit Regierungsinstitutionen, Industrieakteuren und Wirtschaftsvertretern bot der Besuch eine Plattform, um Erkenntnisse auszutauschen, Chancen zu sondieren und Partnerschaften zu stärken.
EKONID dankt allen Stakeholdern, Partnern und Teilnehmenden für ihr aktives Engagement und ihre Beiträge während des gesamten Programms, die eine wichtige Rolle für den Erfolg des Delegationsbesuchs spielten.