EKONID richtete erfolgreich den Online-Roundtable mit dem Titel „2026 Fiscal Legislation in Indonesia: Policy Framework and Business Opportunities“ am Mittwoch, den 18. Februar 2026, über Microsoft Teams aus. Ziel der Veranstaltung war es, EKONID-Mitgliedern ein vertieftes Verständnis der sich entwickelnden fiskalischen Gesetzgebung Indonesiens und ihrer zentralen Bedeutung für die nationale Entwicklungsagenda zu vermitteln. Während die Regierung ein mittelfristiges Wirtschaftswachstum von 8% bis 2029 anstrebt, ist die Fiskalpolitik zu einem zentralen Instrument geworden, um durch nachhaltige Strukturreformen und die Beschleunigung hochwertiger Investitionen die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken. Der Online-Roundtable beleuchtete, wie diese fiskalischen Rahmenbedingungen Unternehmen beeinflussen, die in Indonesien tätig sind.
Ein zentraler Schwerpunkt der Diskussion lag darauf, wie sich die politischen Prioritäten der Regierung für das Jahr 2026 in aktuellen und bevorstehenden Regulierungen widerspiegeln. Dabei wurde insbesondere darauf eingegangen, wie diese Maßnahmen auf globale makroökonomische Spannungen und Unsicherheiten reagieren sollen und gleichzeitig Marktstabilität sowie ein vorhersehbares Geschäftsumfeld gewährleisten. Darüber hinaus wurden die bedeutenden Änderungen der fiskalischen Gesetzgebung analysiert, die Unternehmen im Jahr 2026 berücksichtigen müssen, insbesondere im Zusammenhang mit der vollständigen Digitalisierung von Steuer- und Berichtspflichten, die künftig den Standard für Compliance in Indonesien neu definieren. Ebenso wurden fiskalische Compliance-Risiken für Unternehmen in Indonesien und mögliche Strategien zu deren wirksamer Minderung erörtert, einschließlich der Optimierung von Steuerplanungsstrategien im Jahr 2026.
Als Referenten traten drei ausgewiesene Fachleute auf: Herr Bagus Raharjo Hariputro, Junior Policy Analyst in der Directorate of Taxation Strategy der Directorate General of Economic and Fiscal Strategy im Finanzministerium der Republik Indonesien, sowie Frau Hanny Fanjaya, Tax Senior Manager, und Herr Reinaldo Samuel A.P. Sitorus, Manager für Transfer Pricing und International Tax bei RÖDL Indonesia.
In seinem Vortrag sprach Herr Bagus Raharjo Hariputro über die wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens im Jahr 2025 und betonte, dass das Land trotz globaler Unsicherheiten ein solides Wachstum aufrechterhalten und trotz einer moderaten Exportentwicklung eine starke Handelsbilanz bewahren konnte. Er hob das klare Bekenntnis der Regierung hervor, die Grenze des Fiskaldefizits von 3% einzuhalten, und nannte für das Jahr 2026 ein Ziel von maximal 2,68%, um gleichzeitig Spielraum für mögliche zukünftige globale Unsicherheiten zu lassen. Darüber hinaus erläuterte er die Steuerquote Indonesiens im internationalen Vergleich und stellte dar, wie steuerliche Anreize strategisch eingesetzt werden, um die Wirtschaft zu stärken und nationale Prioritäten voranzubringen. Zudem ging Herr Hariputro auf laufende Deregulierungs- und Entlastungsmaßnahmen ein, die darauf abzielen, das Investitionsklima zu verbessern und ein höheres sowie nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu unterstützen.
Anschließend folgte eine 30-minütige Präsentation von Frau Hanny Fanjaya und Herrn Reinaldo Samuel A.P. Sitorus. Frau Fanjaya erläuterte zunächst die wichtigsten Compliance-Herausforderungen im Verlauf des Jahres 2025, darunter verstärkte Überwachungs- und Prüfungsprozesse sowie die Einführung von CoreTax. Anschließend stellte sie die zentralen regulatorischen Entwicklungen vor, die die Steuerlandschaft Indonesiens im Jahr 2026 prägen werden, darunter die Einführung der Global Minimum Tax, die fortgesetzte Umsetzung von CoreTax sowie sich weiterentwickelnde Anforderungen beim Zugang zu Doppelbesteuerungsabkommen. Herr Sitorus ergänzte diese Ausführungen mit praktischen Strategien zum Umgang mit diesen Veränderungen, darunter die Identifizierung neuer Risiken, die Stärkung interner Kontrollmechanismen und die Sicherstellung robuster Compliance-Strukturen in einem zunehmend komplexen steuerlichen Umfeld. Besonderes Augenmerk galt den Faktoren, durch die sich die Global Minimum Tax auf in Indonesien tätige Unternehmen auswirken kann, einschließlich Transaktionsmechanismen, Dokumentationsanforderungen und umfassendem Risikomanagement. Darüber hinaus gab Herr Sitorus praktische Hinweise zur Umsetzung von CoreTax und betonte die Bedeutung einer Stärkung interner Kontrollsysteme sowie einer fristgerechten Einhaltung regulatorischer Anforderungen im Zuge des sich weiterentwickelnden Regelwerks.
Am Online-Roundtable nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Mitgliedsunternehmen teil, die in Indonesien tätig sind. Während der anschließenden Fragerunde entwickelten sich lebhafte Diskussionen über die sich wandelnde Steuer- und Fiskallandschaft Indonesiens im Jahr 2026. Die Fragen befassten sich unter anderem mit der Durchsetzung von Transfer-Pricing-Regeln und der Frage, wie diese gestaltet werden kann, ohne Reinvestitionen zu behindern, mit praktischen Herausforderungen bei der Strukturierung von Toll-Manufacturing- und Distributionsmargen, mit der Umsetzung von CoreTax sowie mit der Verwaltung von Mehrwertsteuererstattungen und Unstimmigkeiten in der Zoll- und Dokumentationspraxis. Zudem wurde die Stabilität des Fiskalbudgets Indonesiens für 2026 im Kontext wirtschaftlicher Unsicherheiten sowie mögliche sektorale Steueranreize diskutiert.
EKONID spricht Herrn Bagus Raharjo Hariputro, Frau Hanny Fanjaya und Herrn Reinaldo Samuel A.P. Sitorus seinen besonderen Dank für ihre wertvollen Beiträge zu dieser Veranstaltung aus. Die Organisation bedankt sich außerdem bei allen Teilnehmenden, deren Engagement die Diskussion bereichert und die Veranstaltung zu einer wertvollen Lernplattform gemacht hat.
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