Vom 14. bis 18. September 2026 organisierten AHK Indonesia (EKONID) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine Bergbaudelegation nach Indonesien. Das Programm führte die Teilnehmer nach Jakarta und Ostkalimantan, wo sie indonesische Bergbauunternehmen und technische Einrichtungen trafen sowie Bergbaustandorte besichtigten. Im Mittelpunkt standen technologische Anforderungen, Automatisierung, Digitalisierung, Mineralverarbeitung und mögliche Kooperationen mit deutschen Technologieanbietern.
Das Programm begann am Montag, den 14. September, mit einem Länderbriefing bei AHK Indonesia in Jakarta. Dr. Monika Erath, Executive Director von AHK Indonesia, und Stephan Oehme, Consultant beim VDMA, begrüßten die Delegation. Anja Nitschke-Hoffmann und Jonas Präfke von der Deutschen Botschaft sowie Oliver Döhne, Director von GTAI Indonesia, gaben Einblicke in die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien. Stephan Blocks, Head of Business Development bei AHK Indonesia, ergänzte das Länderbriefing und stellte das Delegationsprogramm vor.
Der erste Unternehmensbesuch führte zu PT Vale Indonesia. Im Mittelpunkt des Austauschs standen technologische Anforderungen im Nickelbergbau, sowohl im heutigen Tagebau als auch mit Blick auf mögliche Anforderungen bei künftig tiefer liegenden Lagerstätten. Weitere Themen waren betriebliche Effizienz, Automatisierung, Digitalisierung und Kooperationsmöglichkeiten mit deutschen Technologieanbietern.
Bei PT Freeport Indonesia tauschte sich die Delegation über Erfahrungen im groß angelegten Untertagebau aus, insbesondere über das Block-Caving-Verfahren. Darüber hinaus ging es um technologische Anforderungen, Lieferantenqualifizierung und mögliche Kooperationsmodelle. Anschließend besuchte die Delegation MIND ID. Dort standen kritische Rohstoffe, Mineralverarbeitung, Effizienz, Automatisierung, Nachhaltigkeit und Lokalisierung im Mittelpunkt.
Der erste Tag endete mit einem Networking-Dinner in Jakarta, an dem Vertreter indonesischer Unternehmen, der Deutschen Botschaft, von GTAI Indonesia und AHK Indonesia teilnahmen.
Am Dienstag, den 15. September, besuchte die Delegation PT Alamtri Resources Indonesia. Das Unternehmen ist über PT Alamtri Minerals Indonesia im Bereich metallurgische Kohle tätig und verfügt zudem über Aktivitäten in Bergbaudienstleistungen und erneuerbaren Energien. Zu den Projekten gehört eine Aluminiumschmelze in Nordkalimantan, die Teil der indonesischen Downstreaming-Strategie für mineralische Rohstoffe ist.
Der nächste Termin fand bei PT Hengjaya Mineralindo / Nickel Industries statt. Zu den Aktivitäten in Indonesien gehören die Hengjaya Mine sowie Anlagen zur Weiterverarbeitung von Nickel. Nickel Industries produziert Nickel Pig Iron und erweitert zugleich seine Aktivitäten entlang der Lieferkette für Batterien von Elektrofahrzeugen.
Den Abschluss des Jakarta-Programms bildete ein Besuch bei PT J Resources Asia Pasifik Tbk, einem börsennotierten Goldbergbauunternehmen mit Aktivitäten in Indonesien und Malaysia. Das Unternehmen betreibt Goldminen im Tagebau; für den Standort in Malaysia wird zudem Untertagebau geprüft.
Noch am selben Tag reiste die Delegation von Jakarta nach Balikpapan und anschließend weiter nach Samarinda, wo der zweite Teil des Programms in Ostkalimantan begann.
Am Mittwoch, den 16. September, besuchten die Teilnehmer PT Multi Harapan Utama (MHU) in Kutai Kartanegara. MHU betreibt südwestlich von Samarinda einen Kohletagebau und verfügt über entsprechende Infrastruktur für Förderung und Logistik. Nach einer Sicherheitseinweisung besichtigte die Delegation das Bergbaugelände. Anschließend folgten technische Gespräche und eine Fragerunde im MHU-Büro.
Am Donnerstag setzte die Delegation das Programm mit einem Besuch bei PT Singlurus Pratama fort. Das Unternehmen betreibt Kohletagebaue in Ostkalimantan, vor allem im Raum Samboja, einschließlich der Infrastruktur für Förderung, Transport und Logistik. Der Besuch umfasste technische Gespräche sowie eine Besichtigung des Bergbaustandorts.
Zum Abschluss besuchte die Delegation am Freitag, den 18. September, das Politeknik Negeri Samarinda (POLNES). Das staatliche Polytechnikum bietet technische Studiengänge mit engem Bezug zum Bergbausektor an, darunter Maschinenbau, Elektrotechnik, Schwermaschinentechnik und Instandhaltung sowie Industrieautomatisierung. Absolventen arbeiten unter anderem bei Bergbauunternehmen und Maschinenlieferanten in der Region. Das Programm bei POLNES umfasste Gespräche mit der Delegation und einen Rundgang durch die Labore.
Die Reise vermittelte den teilnehmenden Unternehmen einen direkten Einblick in Bergbauaktivitäten und technologische Anforderungen in Indonesien. Das Spektrum reichte von Gesprächen zum Nickel- und Goldbergbau in Jakarta bis hin zu Kohlebergwerken in Ostkalimantan. Dabei wurden unterschiedliche Bereiche der Branche behandelt, darunter Rohstoffgewinnung, Mineralverarbeitung, Automatisierung, Digitalisierung und die Ausbildung technischer Fachkräfte.
AHK Indonesia dankt dem VDMA, den teilnehmenden Unternehmen sowie allen indonesischen Partnern und Institutionen für ihre Unterstützung und ihren Beitrag zum Delegationsprogramm.