Am 6. August 2026 veranstaltete die AHK Indonesia/EKONID (Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer) in ihrem Büro in Jakarta ein „German Energy Business Roundtable“. Dabei kamen Vertreter führender deutscher Energieunternehmen und Institutionen zusammen, die in Indonesien tätig sind.
Die Veranstaltung wurde von Frau Monika Erath, Executive Director von EKONID, eröffnet. Sie begrüßte CEOs und leitende Entscheidungsträger deutscher Unternehmen sowie Partnerinstitutionen, darunter PT Siemens Indonesia, die Deutsche Botschaft und GIZ.
Im Anschluss skizzierte Frau Anja Nitschke-Hoffmann, Erste Sekretärin der Deutschen Botschaft, das zentrale Ziel der Diskussion: Vor dem Hintergrund anstehender hochrangiger Delegationen, die im August von Bundesministerin Reem Alabali Radovan im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie im September von Staatssekretär Stefan Rouenhoff im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geleitet werden, sollten sich die Teilnehmenden einen unmittelbaren Eindruck von Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen im Energiesektor Indonesiens verschaffen.
Moderiert wurde das Gespräch von Herrn Stephan Blocks, Projektmanager im Bereich Business Development von EKONID. Die Diskussion bot den Teilnehmenden eine Plattform zum Austausch über das aktuelle Geschäftsumfeld, zur Identifizierung strategischer Wachstumschancen sowie zur Erarbeitung von Empfehlungen, um die deutsch-indonesische Zusammenarbeit im Energiesektor weiter zu stärken.
Ein zentrales Thema war die regulatorische Unvorhersehbarkeit. Die Unternehmen berichteten von häufigen Änderungen bei den Anforderungen an den lokalen Inhalt (TKDN), von Produktzertifizierungen wie SNI sowie von Regeln für Wareneinfuhren und Kontrollen. Diese Entwicklungen führten zu zusätzlichen Compliance-Aufwänden und Verzögerungen bei Zollabfertigungen.
Darüber hinaus wurden strukturelle Herausforderungen im Beschaffungswesen der Branche angesprochen, insbesondere im Zusammenhang mit PLN-Projekten. Als Beispiele wurden verschobene oder abgesagte Ausschreibungen genannt, die den Bedarf an mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei der Umsetzung von Projekten unterstreichen.
Trotz dieser Herausforderungen erkannten die Teilnehmenden erhebliche Chancen aufgrund des langfristigen Marktpotenzials Indonesiens. Besonders vielversprechend zeigte sich die Entwicklung von Smart Grids: Deutsche Unternehmen betonten Möglichkeiten, fortschrittliche Netztechnologien einzubringen, die die Systemzuverlässigkeit verbessern und den Energieumbau des Landes unterstützen könnten. Zudem wurde das wachsende Potenzial für die Produktion von Biogas und Biomethan diskutiert.
Auch die erwartete Umsetzung des „Indonesia-European Union Comprehensive Economic Partnership Agreement“ (IEU-CEPA) wurde positiv bewertet. Die Teilnehmenden äußerten die Hoffnung, dass das Abkommen dazu beitragen könne, nichttarifäre Handelshemmnisse zu verringern, den Technologietransfer zu erleichtern und Handel sowie Investitionen zwischen Indonesien und der Europäischen Union zu stärken.
Um das Investitionsumfeld weiter zu verbessern, empfahlen die Teilnehmenden, den Dialog zwischen deutscher Industrie und indonesischen politischen Entscheidungsträgern zu intensivieren – einschließlich der zuständigen Ministerien, PLN und weiterer strategischer Institutionen. Als entscheidende Faktoren für nachhaltige Investitionen in den indonesischen Markt für saubere Energie wurden eine größere regulatorische Konsistenz, transparentere Beschaffungsprozesse sowie klarere langfristige Exportpolitiken genannt.
Abgeschlossen wurde die Runde mit einem Ausblick auf anstehende bilaterale Initiativen, darunter die „Indonesia Sustainable Energy Week (ISEW) 2026“ sowie geplante Energie-Business-Delegationen zwischen Indonesien und Deutschland im Jahr 2027. Diese Vorhaben sollen die Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien, industrielle Dekarbonisierung, Energieeffizienz und nachhaltige Infrastrukturentwicklung vertiefen.
Die Diskussion bekräftigte das gemeinsame Engagement der deutschen Industrie in Indonesien, den Energieumbau des Landes durch engere Zusammenarbeit, fortgesetzten politischen Dialog und langfristige strategische Partnerschaften zu unterstützen. Durch die Kombination deutscher technologischer Expertise mit der ambitionierten Energie-Transformationsagenda Indonesiens sehen beide Seiten bedeutende Chancen, einen widerstandsfähigeren, nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Energiesektor zu fördern.