Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Reem Alabali Radovan, besuchte Indonesien vom 18. bis 20. August 2026. Sie wurde von einer deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet.
Das Programm wurde von der Deutschen Botschaft in Jakarta organisiert und zeigte die Vielfalt der deutsch-indonesischen Zusammenarbeit – von erneuerbaren Energien und Investitionen über Berufsbildung bis hin zu Gesundheit und nachhaltiger Entwicklung. EKONID-Geschäftsführerin Dr. Monika Erath begleitete die Delegation während des gesamten Besuchs.
Zum Auftakt am 18. August leistete EKONID einen direkten Beitrag zur Vorbereitung der Delegation durch ein Länderbriefing für Ministerin Alabali Radovan. Geleitet wurde das Briefing vom Deutschen Botschafter in Indonesien, H.E. Ralf Beste. Unterstützt wurde es von Dr. Monika Erath, die Einblicke aus Sicht der deutsch-indonesischen Wirtschaft gab, gemeinsam mit Oliver Döhne, Direktor von Germany Trade & Invest (GTAI) in Jakarta.
Das Briefing vermittelte einen Überblick über das wirtschaftliche und unternehmerische Umfeld in Indonesien sowie über aktuelle Entwicklungen, die für deutsche Unternehmen relevant sind, die im indonesischen Markt tätig sind oder dies in Erwägung ziehen. Zudem lieferte es den Kontext für die anschließenden Gespräche und Besichtigungen im Rahmen des dreitägigen Programms der Ministerin.
Nach dem Briefing besuchten Ministerin Alabali Radovan und die Delegation die Produktionsstätte von Bayer in Cimanggis, Depok, sowie die IPB University in Bogor. Bei Bayer stand die deutsch-indonesische Zusammenarbeit bei der lokalen Produktion von Multiple Micronutrient Supplements (MMS) für Schwangere im Mittelpunkt. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Mütter- und Kindergesundheit zu verbessern und Stunting in Indonesien zu reduzieren. Der Besuch an der IPB zeigte hingegen, wie Lösungen aus dem Bereich erneuerbare Energien in landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten eingebunden werden können – unter anderem durch solarbetriebene Kühltechnik, die darauf abzielt, Verluste nach der Ernte zu verringern.
Am 19. August rückte die Energiekooperation in den Mittelpunkt: Ministerin Alabali Radovan eröffnete in Jakarta gemeinsam mit H.E. Prof. Rachmat Pambudy, Minister für nationale Entwicklungsplanung, sowie H.E. Yuliot Tanjung, Vize-Minister für Energie und Bodenschätze, die Indonesia Sustainable Energy Week (ISEW) 2026.
Die ISEW wurde vom indonesischen Ministerium für nationale Entwicklungsplanung/Bappenas und vom Ministerium für Energie und Bodenschätze ausgerichtet, mit Unterstützung der Bundesregierung Deutschlands organisiert durch GIZ Indonesia & ASEAN. Die Veranstaltung brachte politische Entscheidungsträger, Unternehmen, Investoren, Wissenschaft, Entwicklungspartner und weitere Akteure zusammen, um zu diskutieren, wie Indonesiens Ziele für den Energieumbau in Investitionen, Projekte und praxistaugliche Lösungen übersetzt werden können. Mehr als 700 Teilnehmende kamen am Eröffnungstag.
In ihrem Beitrag während des Besuchs bekräftigte Ministerin Alabali Radovan Deutschlands Engagement, Indonesien beim Energieumbau zu unterstützen, und hob die Chancen hervor, die eine engere Zusammenarbeit für beide Länder schaffen kann. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Energiesektor umfasst unter anderem Unterstützung für erneuerbare Energien und moderne Stromnetze. Gleichzeitig lag ein besonderer Schwerpunkt darauf, die Beteiligung deutscher Unternehmen an Indiens Energieumbau zu erleichtern.
Das Programm am zweiten Tag umfasste außerdem einen Besuch der Istiqlal-Moschee in Jakarta. Damit spiegelte sich die breitere Ausrichtung der bilateralen Beziehung über die wirtschaftliche und entwicklungspolitische Zusammenarbeit hinaus wider.
Am 20. August traf Ministerin Alabali Radovan in Jakarta den Koordinierenden Minister für Wirtschaft, H.E. Airlangga Hartarto. Die Gespräche konzentrierten sich auf erneuerbare Energien, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Berufsbildung. Minister Airlangga würdigte die Bemühungen der deutschen Delegation, Pipeline-Projekte im Bereich erneuerbare Energien voranzubringen. Ministerin Alabali Radovan betonte zugleich die Rolle deutscher Unternehmen, die nachhaltige Entwicklung im Land zu unterstützen. Beide Seiten erörterten außerdem Möglichkeiten, die Berufsbildung für junge Indonesierinnen und Indonesier auszubauen – einschließlich Programme, an denen deutsche Unternehmen in Indonesien und in Deutschland beteiligt sind.
Das Treffen hob zudem die Rolle deutscher Institutionen hervor, die bereits aktiv in der bilateralen Partnerschaft sind. Ministerin Alabali Radovan nannte dabei insbesondere die Deutsche Botschaft, GIZ, KfW und EKONID als Partner, um die wirtschaftliche und entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indonesien weiter zu stärken.
Zum Abschluss des Programms gehörte auch ein Besuch des Cirata Floating Solar PV-Projekts in Westjava. Die Besichtigung zeigte die praktische Umsetzung der erneuerbaren-Energien-Zusammenarbeit, einschließlich der Bemühungen, Wettervorhersagen zu verbessern und die Integration variabler erneuerbarer Energien in das indonesische Stromsystem zu erleichtern.
Für EKONID bot der dreitägige Besuch die Möglichkeit, die Perspektive der deutschen Wirtschaft direkt in hochrangige bilaterale Austauschformate einzubringen.
Während Deutschland und Indonesien ihre wirtschaftliche und entwicklungspolitische Partnerschaft weiter stärken, wird EKONID den Dialog zwischen Unternehmen, Institutionen und politischen Entscheidungsträgern fortsetzen, deutsche und indonesische Akteure vernetzen und die Entwicklung konkreter Möglichkeiten für eine bilaterale Zusammenarbeit unterstützen.