Die indonesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 um 5,29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und damit schneller als von Volkswirten in einer Reuters-Umfrage prognostiziert (5,10 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zudem um 3,73 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das erste Halbjahr lag das Wachstum bei 5,45 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2025, wie aus Daten des Statistikamts Indonesiens (BPS) hervorgeht. Für April bis Juni wurde die Wirtschaftsleistung zu laufenden Preisen auf 6.552,1 Billionen IDR geschätzt, das entspricht rund 365,67 Milliarden US-Dollar.
Wesentliche Wachstumsstütze war der private Konsum. Er trug 2,67 Prozentpunkte zum gesamten Wachstum bei, stellte damit mehr als die Hälfte des BIP und legte um 5,06 Prozent im Jahresvergleich zu. „Der private Konsum wächst weiter“, sagte BPS-Stellvertreter für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen und statistische Analysen Edy Mahmud laut „The Jakarta Post“.
Die privaten Investitionen stiegen um 6,87 Prozent, unter anderem gestützt durch einen Anstieg der Fahrzeugverkäufe um 26,03 Prozent. Der Konsum des Staates legte derweil um 15,97 Prozent zu.
Nach Branchen betrachtet wuchs die Strom- und Gasversorgung am stärksten mit 10,81 Prozent. Danach folgten Beherbergungs- und Gastronomiedienstleistungen mit 10,60 Prozent. Dazu trugen eine höhere Auslastung von Hotels sowie das staatliche Programm „Free Nutritious Meals“ bei.
Vor der offiziellen Veröffentlichung hatte der koordinierende Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto laut „Antara“ angekündigt, das Wachstum werde „weiterhin über fünf Prozent“ liegen. Dennoch bedeutet der Wert für das zweite Quartal eine Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 5,61 Prozent im ersten Quartal, dem schnellsten Tempo seit dem dritten Quartal 2022. Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa hatte am Montag gehofft, dass das Wachstum bei etwa 5,4 Prozent liegen werde. Die Regierung prognostiziert nun für das Gesamtjahr eine Spanne von 5,6 bis 6 Prozent, wie „The Jakarta Post“ berichtet.
Die Dämpfung folgte auf eine volatile Entwicklung an den Märkten im ersten Halbjahr. Das Leistungsbilanzdefizit Indonesiens weitete sich im ersten Quartal auf 4 Milliarden US-Dollar aus, entsprechend 1,1 Prozent des BIP. Gleichzeitig erhöhte die Bank Indonesia ihren Leitzins im Zeitraum April bis Juni kumuliert um 100 Basispunkte auf 5,75 Prozent, um den Rupiah zu stützen.
Indonesiens wichtigste Handelspartner expandierten im Quartal weitgehend weiter. Vietnam und Malaysia legten zu, während Singapur und Südkorea schneller wuchsen als im Vorjahr. Gleichzeitig verzeichneten die USA und China ein langsameres Wachstum, sagte Edy laut „Jakarta Globe“.