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Indonesien startet IDR-3-Billionen-Projekt für Müllverbrennung mit Energiegewinnung in Bekasi nach EU-Emissionsstandards

Indonesien hat mit dem Bau einer neuen Waste-to-Energy-Anlage in Bekasi begonnen. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund IDR 3 Billionen soll täglich bis zu 1.500 Tonnen Abfall verarbeiten, 27,4 MW Strom erzeugen und sich bei den Emissionsvorgaben an der EU-Industrieemissionsrichtlinie orientieren.

News Indonesia Starts IDR 3 Trillion Bekasi Waste-to-Energy Project Using EU Emission Standards

Indonesien hat mit dem Bau einer neuen Waste-to-Energy-Anlage in Bekasi, Westjava, begonnen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund IDR 3 Billionen. Die Anlage soll täglich bis zu 1.500 Tonnen kommunale Abfälle verarbeiten und Strom für das lokale Netz erzeugen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 vorgesehen.

 

Danantara Indonesia gab über PT Danantara Investment Management (DIM) und PT Daya Energi Bersih Nusantara (Denera) am 26. August 2026 den offiziellen Baubeginn in Ciketing Udik, Bantar Gebang, Bekasi City bekannt. Bekasi ist nach Denpasar Raya das zweite Projekt im Rahmen des aktuellen nationalen Programms Pengolahan Sampah menjadi Energi Listrik (PSEL), das in die Bauphase geht.

 

Die Anlage soll über eine Netto-Stromerzeugungskapazität von 27,4 MW verfügen und jährlich rund 223.584 MWh Strom produzieren. Nach Angaben des staatlichen Stromversorgers PT PLN entspricht dies, auf Basis des durchschnittlichen Verbrauchs von Haushalten mit einem 450-VA-Anschluss, dem Jahresverbrauch von rund 55.000 Haushalten.

 

PLN wird den erzeugten Strom im Rahmen eines Stromabnahmevertrags vom Projektentwickler und -betreiber beziehen. Der Abnahmepreis für Anlagen im Rahmen des PSEL-Programms wurde auf USD 0,20 pro kWh festgelegt. Der in Bekasi erzeugte Strom soll in das lokale Netz eingespeist werden. PLN-Präsidentdirektor Darmawan Prasodjo betonte, dass die Abfallbehandlung im Mittelpunkt des Projekts stehe. „Das Hauptprodukt ist nicht Strom, sondern eine saubere Umwelt“, sagte er, wie von ANTARA zitiert.

 

Zum Einsatz kommen soll eine Rostfeuerungsanlage mit einem mehrstufigen Air Pollution Control System (APCS). Nach Angaben von Danantara orientieren sich die Umweltspezifikationen der Anlage an internationalen Emissionsstandards der EU-Industrieemissionsrichtlinie (EU IED).

 

Damit dienen europäische Emissionsanforderungen als einer der technischen Referenzpunkte für das Projekt. Die EU-Richtlinie regelt Emissionen großer Industrieanlagen und enthält Vorgaben zur Vermeidung und Begrenzung von Umweltverschmutzung. Für das Projekt in Bekasi steht die Entwicklungs- und Betreiberstruktur bereits fest; Bekasi Environment Nusantara ist als Projektentwicklungs- und Betreibergesellschaft vorgesehen.

 

Danantara geht davon aus, dass die Anlage den Flächenbedarf für Deponien um rund 90% reduzieren und die Treibhausgasemissionen um etwa 640.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr senken könnte. Während Bau und Betrieb sollen zudem bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen.

 

Das Projekt in Bekasi ist Teil des überarbeiteten indonesischen Rechtsrahmens für die kommunale Abfallwirtschaft. Die Präsidialverordnung Nr. 109/2025, die am 10. Oktober 2025 in Kraft trat, regelt die Verarbeitung kommunaler Abfälle mithilfe umweltverträglicher Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energien.

 

Die Verordnung umfasst Technologien, mit denen Abfälle unter anderem in Strom, Bioenergie, erneuerbare Kraftstoffe und weitere Produkte umgewandelt und zugleich die Abfallmengen reduziert werden können. Sie ersetzt den bisherigen Rahmen der Präsidialverordnung Nr. 35/2018.

 

Nach Angaben in der Verordnung fielen in Indonesien 2023 insgesamt 56,63 Millionen Tonnen Abfall an. Davon wurden 39,01% über das nationale Abfallmanagementsystem erfasst, während 60,99% nicht ordnungsgemäß bewirtschaftet wurden, darunter auch durch offene Deponierung.

 

Bekasi gehört zu den Ballungsräumen, in denen die Regierung den Ausbau von Waste-to-Energy-Infrastruktur unter dem neuen Rechtsrahmen vorantreibt. Die Stadt ist Teil der dicht besiedelten Metropolregion Greater Jakarta und erzeugt mehr Abfall, als die geplante Anlage verarbeiten kann. Weitere Maßnahmen der Abfallwirtschaft werden daher parallel zum PSEL-Projekt erforderlich bleiben.

 

Das Projekt wurde außerdem als National Strategic Project (PSN) eingestuft. Im Rahmen des nationalen PSEL-Programms koordiniert Danantara die Projektentwicklung, die Investitionsstruktur und die Auswahl von Technologiepartnern, während die Regierung den Ausbau entsprechender Anlagen in weiteren Städten vorantreibt.

 

Die Anlage in Bekasi soll Mitte 2028 in Betrieb gehen. Ab diesem Zeitpunkt soll PLN den erzeugten Strom auf Grundlage des vereinbarten Stromabnahmevertrags übernehmen.

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