Deutschland stellt 236 Millionen Euro für die erste Phase der Surabaya-Regionalbahnlinie bereit. Während das Projekt in die detaillierte Planungs- und Beschaffungsphase voranschreitet, soll der Baubeginn voraussichtlich zwischen 2027 und 2028 erfolgen.
Das Finanzierungspaket umfasst einen zinsvergünstigten Kredit in Höhe von 230 Millionen Euro sowie einen Zuschuss für technische Unterstützung in Höhe von 6 Millionen Euro der staatseigenen KfW Development Bank. Hinzu kommt eine Gegenfinanzierung durch die indonesische Regierung.
Das Vorhaben ist Teil der umfassenderen Global-Gateway-Strategie der Europäischen Union. Sie unterstützt Investitionen in nachhaltige Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit Partnerländern.
„Wir freuen uns, Indonesiens Ambitionen für nachhaltige Mobilität durch Initiativen wie die Surabaya-Regionalbahnlinie zu unterstützen“, sagte Oliver Sperling, designierter stellvertretender Leiter der Mission an der Deutschen Botschaft in Jakarta, wie von *The Jakarta Post* zitiert.
Das Projekt soll die Pendlerstrecke zwischen Surabaya und Sidoarjo modernisieren, auf zwei Gleise erweitern und elektrifizieren. Die erste Phase umfasst rund 37 Kilometer zwischen dem Bahnhof Surabaya Gubeng und dem Bahnhof Sidoarjo. Sie ist zudem in Indonesiens priorisierten Infrastrukturprojekten im Rahmen des nationalen Entwicklungsplans 2025 bis 2029 enthalten.
Die Surabaya-Regionalbahnlinie befindet sich derzeit in der Phase der detaillierten Ingenieurplanung. Die Beschaffung soll Anfang 2027 beginnen. Die Planungsarbeiten umfassen unter anderem Pläne für Bahnhöfe, die Streckenführung, die Elektrifizierungssysteme sowie die dazugehörige Infrastruktur.
Der stellvertretende Gouverneur von Ostjava, Emil Elestianto Dardak, erklärte, dass der Abschnitt Surabaya–Sidoarjo weiterhin die einzige größere Bahnstrecke in Nord- und Südostjava sei, die noch nicht auf zwei Gleise ausgebaut wurde, obwohl sie das Großraumgebiet Surabaya bediene.
„Das zweite Gleis ist notwendig, weil dadurch mehrere Zugverbindungen gleichzeitig verkehren können“, sagte Herr Emil. Er ergänzte, dass beim Bau zunächst Flächen priorisiert würden, die bereits geräumt sind, während die regionalen Regierungen die erforderliche Raumplanung vorbereiten.
Nach der Inbetriebnahme wird die modernisierte Bahnstrecke voraussichtlich mehr als 200.000 Fahrgäste pro Tag befördern und in den ersten zwei Jahren mehr als 1,3 Millionen Einwohnern zugutekommen.
Herr Sperling sagte, deutsche und europäische Unternehmen könnten Indonesiens Entwicklung klimaresilienter Verkehrssysteme durch Ingenieurkompetenz, Technologie und Infrastruktur-Lösungen unterstützen.
Der EU-Botschafter in Indonesien und Brunei Darussalam, Denis Chaibi, erklärte, dass nachhaltiger Verkehr im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung Indonesiens, der Anbindung sowie des grünen Übergangs stehe.
EKONID bringt die deutsche Unternehmensperspektive in die Zusammenarbeit zwischen Indonesien und Europa für die Entwicklung nachhaltigen Transports ein
Das Bahnprojekt und die weitergehende Zusammenarbeit zwischen Indonesien und Europa im Verkehrsbereich wurden außerdem im Rahmen des „Indonesia-Europe Roundtable on Sustainable Transport Development“ diskutiert. Die Veranstaltung fand am 29. Juli im Rahmen von RailwayTech Indonesia 2026 im JIExpo Kemayoran in Jakarta statt.
An dem Runden Tisch nahmen Vertreter von staatlichen Institutionen, Eisenbahnbetreibern, europäischen Unternehmen, Entwicklungseinrichtungen, Finanzierungsgesellschaften sowie Handelskammern teil. Die Gespräche umfassten die Entwicklung des Schienenverkehrs, die Integration multimodaler Transporte, Transit-Oriented Development, Finanzierungsmechanismen sowie Investitionsmöglichkeiten.
EKONID nahm über Vertreter aus seiner Abteilung für Business Development teil, darunter Stephan Blocks und Florian Jändrasch-Eisenschmidt.
Im Verlauf der Diskussion stellte Herr Blocks die Perspektiven der deutschen Wirtschaft vor und hob mögliche Bereiche der Zusammenarbeit zwischen Indonesien und Deutschland hervor, darunter Schienenbahninfrastruktur, nachhaltige Mobilität, Technologietransfer und Investitionen.
Indonesien will sein Schienennetz bis 2030 auf 10.524 Kilometer ausbauen. Derzeit betreibt das Land rund 6.900 Kilometer aktive Bahnstrecken und verzeichnet jährlich etwa 550 Millionen Fahrten von Passagieren. Der Großteil der Bahninfrastruktur und des Personenverkehrs konzentriert sich dabei auf Java.