Die Einfuhren Indonesiens sind im Juni im Jahresvergleich um 34,27 % auf 22,54 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dafür verantwortlich waren höhere Käufe von Rohstoffen sowie Öl- und Gasprodukten, wie aus Daten des Statistikamts Indonesien (BPS) hervorgeht.
Der starke Anstieg lag deutlich über dem Exportwachstum von 8,84 %. Dadurch entstand im Juni ein Handelsdefizit von 450 Millionen US-Dollar. Dies war das zweite monatliche Defizit in Folge, nachdem Indonesien im Mai bereits einen Fehlbetrag von 1,61 Milliarden US-Dollar verzeichnet hatte, wie Reuters berichtete.
Laut BPS nahmen die Einfuhren von Öl- und Gasprodukten um 105,15 % gegenüber dem Vorjahr zu. Treiber waren vor allem Rohöl sowie raffinierte Erdölprodukte. Auch die Einfuhren ohne Öl und Gas stiegen; sie wurden durch eine höhere Nachfrage nach industriellen Vorleistungen gestützt.
Rohstoffe und Zwischenwaren blieben der größte Bestandteil der indonesischen Importe. BPS-Daten zufolge entfielen solche Güter in den ersten fünf Monaten 2026 auf mehr als 70 % der gesamten Einfuhren. Das unterstreicht die Abhängigkeit des verarbeitenden Gewerbes von importierten Vorleistungen.
BPS zufolge sagte die stellvertretende Leiterin für Statistik zu Verteilung und Dienstleistungen, Pudji Ismartini, dass Rohstoffe weiterhin den größten Anteil an der Importstruktur ausmachen, wie Katadata berichtete. Zudem erklärte sie, dass Investitionsgüter und Konsumgüter einen geringeren Anteil an den Gesamteinfuhren hätten.
Die aktuellen Importzahlen folgen auf eine bereits zuvor im Jahresverlauf beschleunigte Entwicklung. In der Zeit von Januar bis Mai beliefen sich die gesamten Importe auf 111,33 Milliarden US-Dollar. Rohstoffe und Hilfsgüter stellten dabei den größten Posten, wie BPS-Daten zeigen, die von Katadata ausgewertet wurden.
Reuters zufolge fiel das Handelsdefizit im Juni geringer aus als von Ökonomen erwartet. Stärkere Exporte von Nickelprodukten und Palmöl hätten den starken Anstieg der Importe teilweise ausgeglichen. Gleichzeitig warnten Ökonomen jedoch, dass eine nachlassende Nachfrage aus China, höhere Kosten für importierte industrielle Vorleistungen sowie ein schwächerer Rupiah die externe Bilanz Indonesiens weiter belasten könnten.
Der Importanstieg kommt nach einer Phase steigender inländischer Nachfrage nach industriellen Vorleistungen. Handelsminister Budi Santoso hatte zuvor gesagt, dass die Zunahme der Importe bei Konsumgütern, Rohstoffen und Investitionsgütern auf eine stärkere Konsumnachfrage der Haushalte sowie auf eine höhere Aktivität in der Industrie hindeute, wie Antara berichtete. „Der Anstieg der Importe erfolgte in allen Kategorien von Waren und deutet sowohl auf eine steigende Konsumnachfrage als auch auf eine industrielle Nachfrage nach Rohstoffen und Investitionsgütern hin“, sagte er.