Indonesien bereitet eine Verordnung vor, die Unternehmen dazu verpflichtet, den Abfall zu verwalten, der durch ihre Produkte und Verpackungen entsteht. Damit soll die Verantwortung für das Abfallmanagement schrittweise von den Kommunen auf die Hersteller übergehen. Hintergrund ist der Vorstoß des Landes hin zu einer Kreislaufwirtschaft.
Umweltminister Mohammad Jumhur Hidayat erklärte, das Ministerium arbeite an einer Ministerialverordnung zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR). Diese soll die Entsorgung von Verpackungsabfällen für Unternehmen verbindlich machen. „Wir werden bald eine Ministerialverordnung zur erweiterten Herstellerverantwortung, oder EPR, erlassen. Wir werden von ihnen (dem privaten Sektor) verlangen, ihren Abfall zu verwalten“, sagte Hidayat laut Antara.
Nach Angaben des Ministers könnte die Regelung für nahezu 10.000 Fabriken gelten, die in ganz Indonesien Waren in Kunststoffverpackungen herstellen. Die Regierung berechnet derzeit noch die finanziellen und operativen Pflichten, die die Produzenten im Rahmen des Modells erfüllen müssen.
Zur Unterstützung der Unternehmen fördert die Regierung den Aufbau von Packaging Recovery Organizations (PROs). Dabei handelt es sich um branchengeführte Organisationen, die im Auftrag der beteiligten Hersteller die Sammlung, Nachverfolgung und das Recycling von Verpackungsabfällen nach dem Konsum koordinieren würden.
Die Verordnung soll sicherstellen, dass das Abfallmanagement von den Produzenten finanziert wird und nicht aus dem Staatshaushalt, so Rizal Irawan, stellvertretender Leiter für Abfallmanagement im Umweltministerium. „Diese Verordnung ist als strategische Maßnahme gedacht, um ein nachhaltiges Management von Plastikabfällen sicherzustellen. Die Finanzierung soll aus dem Industriesektor kommen und nicht aus dem Staatshaushalt“, sagte er laut Antara. Zudem hätten mehrere große Unternehmen ihre Bereitschaft zur Umsetzung der Politik signalisiert.
Die Jakarta Post berichtete zuvor, das Ministerium erwarte, dass große Hersteller von in Kunststoff verpackten Produkten im Rahmen der EPR-Regelung eigene Budgets für das Abfallmanagement einplanen. Der Vorschlag soll die finanzielle Belastung der Kommunen verringern und zugleich die Sammel- und Recyclingquoten im ganzen Land verbessern.
Die Maßnahme kommt, während Indonesien weiterhin mit erheblichen Herausforderungen im Abfallmanagement konfrontiert ist. Das Umweltministerium schätzt, dass das Land täglich rund 141.900 Tonnen Abfall erzeugt, jedoch nur etwa 26 Prozent ordnungsgemäß verwaltet werden. Etwa 72 Prozent der Enddeponien setzen weiterhin auf offenes Ablagern, und mehr als ein Drittel des Abfalls gelangt direkt in die Umwelt.
Für Hersteller – einschließlich ausländischer Konsumgüter-, Lebensmittel- und Getränke-, Kosmetik- sowie Einzelhandelsunternehmen, die in Indonesien tätig sind – dürfte die Verordnung neue Pflichten zur Sammlung und zum Recycling von Verpackungen einführen, nachdem die Produkte Verbraucher erreicht haben. Die Regierung hat bislang noch nicht angekündigt, wann die Regelung in Kraft treten soll, oder wie die Beiträge der Hersteller berechnet werden.