Indonesiens größte Wirtschaftsverbände haben ihre Unterstützung für den Plan der Regierung zum Ausdruck gebracht, Exporte strategischer Rohstoffe künftig über den staatlich kontrollierten Exporteur Danantara Sumberdaya Indonesia (DSI) zu zentralisieren. Zugleich fordern sie klarere technische Leitlinien und eine schrittweise Umsetzung der Politik.
Der indonesische Arbeitgeberverband APINDO erklärte gemeinsam mit Verbänden aus den Bereichen Bergbau, Kohle, Nickel und Palmöl, dass die Politik die Handelssteuerung verbessern und dazu beitragen könne, Praktiken wie Unterfakturierung und Verrechnungspreisgestaltung zu verhindern. Die Verbände forderten die Behörden jedoch auf, bei der Umsetzung eng mit dem Privatsektor zusammenzuarbeiten.
„Die Regierung muss transparente technische Leitlinien herausgeben, um negative Spekulationen auszuräumen und das Vertrauen der internationalen Märkte in Indonesien als globalen Rohstofflieferanten zu erhalten“, erklärten die Verbände laut Reuters.
Präsident Prabowo Subianto hatte im Mai angekündigt, dass Indonesien die Exporte ausgewählter Rohstoffe, darunter Kohle, rohes Palmöl (CPO) und Ferrolegierungen, über DSI zentralisieren werde. Die Übergangsphase begann am 1. Juni, die vollständige Umsetzung ist spätestens Anfang nächsten Jahres vorgesehen.
Nach Angaben der Branchenverbände bleibt Rechtssicherheit ein zentrales Anliegen. Unternehmen fordern Klarheit in Bezug auf bestehende und langfristige Verträge, Zahlungsmechanismen, Versandvereinbarungen, Versicherungsschutz, Anforderungen an Exporterlöse sowie die Behandlung internationaler Handelsabkommen.
„Wir verstehen, dass diese Politik darauf abzielt, die Handelstransparenz zu erhöhen, Unterfakturierung und Verrechnungspreisgestaltung zu verhindern und sicherzustellen, dass Exporterlöse optimal zur nationalen Wirtschaft beitragen“, sagte APINDO-Vorsitzende Shinta Kamdani laut Reuters.
Der neue Exportrahmen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Indonesien auch mit der Durchsetzung von Vorschriften beginnt, die Exporteure natürlicher Ressourcen dazu verpflichten, Exporterlöse bei staatlichen Banken zu platzieren, während die Umwandlung dieser Mittel in Rupiah begrenzt wird.
Die Branchenverbände haben vorgeschlagen, ein technisches Koordinierungsforum einzurichten, an dem Regierungsbehörden, DSI, Finanzaufsichtsbehörden und Wirtschaftsvertreter beteiligt sind, um Umsetzungsfragen zu klären, darunter Preisbildungsmechanismen, Zahlungsverfahren und Streitbeilegung. Zudem forderten sie die Entwicklung einer integrierten digitalen Plattform, um die Transparenz zu verbessern und Exporttransaktionen zu überwachen.
DSI erklärte, bestehende langfristige Verträge respektieren zu wollen, könne jedoch Preisneuverhandlungen anstreben, falls Hinweise auf Unterfakturierung festgestellt würden. Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass es Technologien zur Unterstützung der Handelsüberwachung im Rahmen des neuen Systems entwickle.
Die Wirtschaftsverbände erklärten, dass Exportaktivitäten während der Übergangsphase weiterhin nach den bestehenden Regelungen fortgeführt werden sollten, während Aufsicht und unterstützende Infrastruktur aufgebaut werden. Zudem forderten sie die Regierung und DSI auf, internationale Käufer aktiv zu informieren, damit die globalen Märkte das neue Exportregime verstehen.
Reuters berichtete, dass Vertreter von DSI, des Koordinierenden Ministeriums für Wirtschaft und des Finanzministeriums auf Anfragen zur Stellungnahme bezüglich der von den Branchenverbänden geäußerten Bedenken nicht reagiert hätten.